“Ich bekomme oft handgeschriebene Briefe von unseren Kunden, in denen sie sich für die tolle Organisation und Begleitung bedanken”
Der Geschäftsführer von Pflege zu Hause, Manuel Steinsdörfer, erzählt uns im Interview, was sich in Zukunft verbessern muss, warum es gerade auf Laienpflegekräfte ankommt und welche Alltagsereignisse der Pflege ihn besonders berühren.
nubedian: Herr Steinsdörfer, was wünschen Sie sich in Zukunft für die 24h Pflege?
Manuel Steinsdörfer: Ich wünsche mir für die Zukunft, dass diese wichtige Säule der Betreuung von der Politik besser verstanden und entsprechend unterstützt wird. Ohne die Betreuung zu Hause wäre die Versorgung hilfsbedürftiger Menschen in Deutschland schlichtweg unmöglich. Wir brauchen auch in Zukunft bezahlbare Lösungen, die fair für alle Beteiligten sind und sich an der Praxis orientieren. Da immer mehr pflegende Personen in ein Alter kommen, in dem sie selbst Unterstützung brauchen und wenig junge Menschen nachrücken, die in dieser Branche arbeiten möchten, gibt es auf der einen Seite einen enormen Bedarf an Betreuungskräften, auf der anderen Seite können wir diesen mit Personal in der EU sehr wahrscheinlich nicht decken. Hier brauchen wir vom Gesetzgeber Erleichterungen bei Aufenthalts- und Arbeitsbedingungen für sog. Laienpflegekräfte aus Drittstaaten. Viele Menschen können oder wollen sich eine legale Betreuungskraft nicht leisten, da auch in unserer Branche die Kosten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Sie organisieren sich dann „privat“ eine billige Betreuungskraft und wollen Geld sparen. Offiziellen Schätzungen zufolge arbeiten derzeit rund 80–90 % der Kräfte „schwarz“ in Deutschland. Das bringt aber enorme Risiken für die Familien mit sich.
nubedian: Welche Risiken sind das zum Beispiel?
Steinsdörfer: Das Problem ist, dass schwarzarbeitende Pflegekräfte nicht sozial, also weder kranken- noch unfallversichert sind. Leider ist es nun mal so, dass die meisten Unfälle zu Hause passieren, das ist ein vollkommen unterschätztes Risiko. Auch geht der Zoll vermehrt gegen Schwarzarbeit vor. Hier stehen enorme Strafen im Raum und das kann Familien schnell in den finanziellen Ruin stürzen. Das passiert unseren Kunden nicht. Jede einzelne Pflegekraft, die wir vermitteln, ist in ihrem Heimatland sozialversicherungspflichtig angestellt und damit auch kranken- und unfallversichert. Da gibt es keine Probleme mit dem Zoll und sollte ein Unfall passieren, greift die Versicherung und die Familien und Betreuungskräfte sind auf der sicheren Seite.
nubedian: Sie haben gerade schon Laienpflegekräfte angesprochen. Können Sie uns erklären, was eine Laienpflegekraft genau ist und warum gerade diese so wichtig sind?
Steinsdörfer: Die Pflege zu Hause wird meist von Kräften übernommen, die zwar viel Erfahrung in der 24h Betreuung haben, aber als Laien gelten, da es für diese Tätigkeit keine spezifische Berufsausbildung im klassischen Sinne gibt. Es gibt medizinische Ausbildungen wie Pflegehelfer oder Pflegefachkräfte. Diese arbeiten in der Regel aber nicht in unserem Bereich. Sie wären auch deutlich preisintensiver und gleichzeitig gar nicht notwendig. Bei der Betreuung im häuslichen Umfeld geht es hauptsächlich um Hilfe im Haushalt, Hilfe beim Essen, Ankleiden, Toilettengängen oder einfach nur um Gesellschaft. Die Betreuungskräfte geben den Pflegebedürftigen ein großes Maß an Sicherheit, und gleichzeitig auch deren Angehörigen, weil sie in der Gewissheit sind, dass jemand bei den Liebsten ist, falls was passiert und das entlastet ungemein.
nubedian: Können Sie uns zum Abschluss ein Ereignis erzählen, dass Ihnen aus Ihrem Alltag positiv in Erinnerung geblieben ist?
Steinsdörfer: Manchmal bekomme ich handgeschriebene Briefe von unseren Kunden, in denen sie sich für die tolle Organisation und Begleitung bedanken. Manchmal ist sogar ein Foto dabei. An der wackeligen Handschrift lässt sich erkennen, dass die Personen nicht mehr die Jüngsten sind, sich aber unbedingt und sehr persönlich bei uns bedanken möchten. Ab und zu berichten uns Angehörige auch, dass die bettlägerig geglaubte Oma plötzlich mit der Betreuungskraft spazieren oder einkaufen geht und wieder aufblüht. Bei solchen Geschichten geht mir immer das Herz auf. Dann weiß ich wieder, wofür wir das alles eigentlich machen.
nubedian: Das hört sich wirklich schön an. Vielen Dank, dass Sie das mit uns geteilt haben und sich die Zeit für das Interview genommen haben.
Steinsdörfer: Gerne, danke euch!
Manuel Steinsdörfer ist seit 2024 einer der Geschäftsführer von Pflege zu Hause Küffel GmbH.
Er sorgt mit seinem Team leidenschaftlich dafür, dass möglichst viele Menschen ihren Lebensabend in Würde zu Hause verbringen können.
Sie haben Interesse an der Arbeit von Pflege zu Hause Küffel? Alle Erstinformationen finden Sie auf der Website von Pflege zu Hause Küffel.
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