Risiken und Nebenwirkungen des KHZG – 5 Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige & langfriste Digitalisierung

Risiken und Nebenwirkungen des KHZG – 5 Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige & langfriste Digitalisierung

Die Digitalisierung in deutschen Krankenhäusern gibt es zwar nicht erst seit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG), dennoch hat die staatliche Förderung den Digitalisierungsprojekten hier zu Lande einen deutlichen Aufwind verliehen. Um daraus eine echte Erfolgsgeschichte zu machen, gilt es langfristig zu denken – und das heißt strategisch, auch was das Thema Digitalisierung betrifft. Eine wichtige Basis für Erfolg bildet daher die Ausarbeitung einer Digitalisierungsstrategie als Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Fünf Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Umsetzung Ihrer Digitalisierungsstrategie

  1. Datenstrategie als Fundament einer jeden Digitalisierung

Eine Digitalisierungsstrategie kann unterschiedliche Ziele verfolgen – eine gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit durch die Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen, die Optimierung von Prozessen und eine Verbesserung der Behandlungsqualität oder eine höhere Ausfall- und Datensicherheit. Eines haben diese Ziele in der Regel gemeinsam, die „Währung“ zur Zielerreichung sind Daten und diese Daten gilt es bereitzustellen, zu managen und zu pflegen. Dafür reicht es in der Regel nicht mehr aus, wenn alle Daten in einem Data Warehouse oder in einem Data Lake zu finden sind. Im Rahmen einer optimalen Datenstrategie sollten Sie daher folgende Fragestellungen für sich beantworten können:

  • Wo kommen die Daten her?
  • Wie gepflegt und aktuell sind die Daten?
  • Was bedeuten die Daten?
  • Wer darf auf die Daten zugreifen?
  • Wie werden die Daten ausgetauscht?
  • Wo und wie lange werden die Daten versioniert & historisiert?

Vor allem die Bereiche Datenschutz und -sicherheit stehen im Zuge der Digitalisierung dabei besonders im Fokus und sollten fortdauernd auf die Einhaltung der aktuellen Standards geprüft werden.

  1. Kein Fortschritt ohne Plattform

Die Krankenhauslandschaft ist geprägt von einer heterogenen Systemlandschaft und einer Vielzahl an Anwendungen. Diese befinden sich in unterschiedlichen Phasen der Wertschöpfung und werden durch unterschiedliche AnwenderInnen gepflegt und befüttert. Nicht immer wird Interoperabilität bereits so gelebt, wie es von Nöten wäre. Nur wer eine Zusammenführung der unterschiedlichen Datentöpfe durch eine zugrundeliegende Plattform anstrebt, wird langfristig eine gesunde Daten- und Digitalisierungsstrategie ermöglichen können. Einen weiteren Vorteil bieten die Skalierbarkeit und modulare Erweiterungsmöglichkeit durch eine solche IT-Plattform. Unabhängig davon, welche Projekte in die Umsetzung gebracht werden sollen, die Basisinfrastruktur ist geschaffen.

  1. Digitalisierung ≠ IT-Projekt

Digitale Transformation ist keine One-Man-Show und liegt nicht in der alleinigen Verantwortung der IT-Abteilung. Entsprechend ist Digitalisierung kein reines IT-Projekt, sondern eine Führungsaufgabe des Managements. Wichtig dabei ist es, die Perspektive der involvierten Stakeholder zu berücksichtigen und deren „Use Cases“ abzubilden. Es sollte das Verständnis gestärkt werden, dass eine erfolgreiche Digitalisierung im Krankenhaus durch alle betroffenen Akteure getragen wird. Das gilt besonders beim Thema Prozessoptimierung, denn ein schlechter Prozess – ohne entsprechende Anpassung des Prozesses selbst – ist auch nach der Digitalisierung noch ein schlechter Prozess. Eine neutrale Schaltstelle z.B. in der Rolle eines Chief Digital Officer oder eines/einer DigitalisierungsmanagerIn kann bei der operativen Umsetzung hilfreich sein.

  1. Erfolg messbar machen

Digitalisierungsprojekte werden oftmals als „Fass ohne Boden“ deklariert und die spürbare Wahrnehmung von Erfolgen bleibt aus. Daher ist es wichtig durch konkret definierte Projekte und klare Meilensteine eine erlebbare Veränderung für alle Beteiligten zu schaffen. Werden zu Beginn präzise Zielwerte entlang einer Projekt-Roadmap definiert, lässt sich der Erfolg nicht nur für das Management im Sinne einer ROI-Kalkulation leichter messen, sondern auch für jene, die die Veränderung im täglichen Alltag mitgestalten. Dabei ist es wichtig die klassischen Controlling-Methoden durch z.B. spezifische Process Performance Indicators (PPI) entsprechend zu ergänzen.

  1. Wissen im Unternehmen bündeln

Eine häufige Beobachtung ist, dass bei der Digitalisierung von Krankenhäusern das Know-how zur Verwendung, Wartung und Pflege digitaler Anwendungen nur bei einem oder wenigen MitarbeiterInnen im Unternehmen verankert ist. Eine adäquate Dokumentation ist oftmals nur unzureichend vorhanden. Das bereitet nicht nur der IT-Abteilung in Sachen Patch- & Access Management Kopfzerbrechen, sondern schmerzt besonders, wenn eben jene KollegInnen nicht mehr verfügbar sind und das bis dato erworbene Know-how verloren geht. Daher lohnt es sich das Thema Wissensmanagement zu professionalisieren und ein anwenderfreundliches System zum Wissenstransfer zu etablieren.